Am 6. Spieltag in der Verbandsliga Süd ging es für Ladja´s
Erste darum zu zeigen, dass man in dieser Saison zurecht oben mitspielt. Da die
Gäste aus Lindenholzhausen nominell deutlich unterlegen antraten, stand die
Verteidigung von Platz 2 außer Frage. Jedoch man wollte es auch überzeugend tun
und nebst Sieg auch wichtige Brettpunkte sammeln! Bei einem Pferderennen hätten
die Londoner Buchmacher wohl ein Sieg mit 5,5 zu 2,5 prognostiziert.
Nach gut einer Stunde zeichnete sich an vielen Brettern
bereits ein gesundes und beruhigendes Zeitpölsterchen ab. Es gab keine
Ausrutscher in dieser frühen Phase des Mannschaftskampfes zu beklagen und an
den Brettern 1, 6, 7 und 8 konnte man bereits Initiative und leichten Vorteil
verzeichnen. Die restlichen Bretter waren solide angelegt, so dass es
ganz nach Roßdorfer Geschmack und Vorhersage der Londoner Buchmacher selbstbewusst
in den späteren Nachmittag ging.
Nach ca. 2,5h Spielzeit verhärteten sich dann die Siegchancen
vor allem an den Brettern 1, 6 und 8. Jonny an Brett 2 hatte einen Randbauern
erobert, dessen Bedeutung für den Ausgang des Spiels für außenstehende Kiebitze
noch unklar blieb; zu eng und geschlossen war das Spiel. Die computergestütze Analyse noch am selben Abend nach 21 Uhr stellte aber klar, dass Jonny´s Stellung deutlich zu bevorzugen war. Maurice an Brett 7 behielt
die Initiative am Königsflügel und gab sich zuversichtlich genug, einen
einfachen Bauerngewinn zu ignorieren. Unser Prof-Doc an Brett 3 konnte zwar
nicht wirklich befreit aufatmen, aber ein solides Bollwerk vorweisen. An 4
fand Ralf in ausgeglichener Stellung im Mittelspiel nur schwer einen Plan, bot
seinem Gegner allerdings auch keine Angriffsfläche. Und Christian an 5 wusste
sich in „seiner“ Benoni-Stellung sicher zu Hause. Es sah also weiterhin danach
aus, als ob man den Wettschein freudestrahlend einlösen könnte…
Nach gut 3,5 Stunden, in der heißen Phase des Wettkampfes, sorgte
dann Neuzugang Karlheinz Gürtler an Brett 8 für das erste Aufatmen. Kurz danach folgten
Wladi an Brett 1 mit Sieg Nummer zwei und die Punkteteilung von Ralf an Brett
4. An 5 hieß es dann sehr überraschend 0 zu 1: Christian hatte heimlich, leise
und unerwartet schnell die Waffen strecken müssen. Kaum jemand hatte es mitbekommen.
Doch dafür münzte Carsten seinen durchweg gehaltenen Vorteill zum vollen Punkt um. Jonny tauschte eine Leichtfigur gegen 3 weitere
Bauern und schaffte damit vordergründig Raum und
Klarheit. Nun war es ein Spiel auf zwei Ergebnisse: denn verlieren konnte er
nicht mehr, wohl aber noch gewinnen und zumindest ein Remis war sicher. Jedoch unterstützten
sich die Bauern und verbliebenen Leichtfiguren nicht ausreichend für einen
vollen Punkt. Nach 5 Stunden Kampf blieb hier leider nur die Punkteteilung
übrig. Zuvor verpuffte die Initiative von Maurice und in einem unklaren
Springer-Endspiel sicherte er zuerst das Mannschaftsremis, bevor Stephan in
ausgeglichener Schwerfiguren-Stellung das vorrübergehende 4,5 für Roßdorf
sicherte. Am Ende stand es also 5:3 für Ladja.
Obgleich der Mannschafts-Sieg nie gefährdet war, hätten sich
einige Ladjaner wohl ein etwas deutlicheres Zeichen gewünscht. Doch Schach ist eben
keine sichere Pferdewette! Das Ligaorakel beglückwünscht Ladja zu diesem Sieg und der Übernahme der (hauchdünnen) Tabellenführung mit der höchsten
Aufstiegswahrscheinlichkeit unter allen Teams der Verbandsliga Süd von nunmehr
35,7% und sagt ein sehr enges Rennen mit der Konkurrenz aus Niederbrechen
voraus. Noch 3 Spiele in dieser Saison – es bleibt spannend. Das rein theoretisch
einfachere Restprogramm dürfte Ladja haben und es liegt nunmehr ganz in den eigenen Händen, in der nächsten Saison in Hessen´s höchster Klasse zu spielen. Bleibt zu hoffen, dass man als
Mannschaft auch weiterhin die in dieser Saison vorbildliche Konstanz zeigt.
Ob das Saisonende für Roßdorf mit der Aufstiegsfeier in die Hessenliga gekrönt wird…?
(Es wäre sicherlich auch für den Gründervater des Vereins, KaDe Fuchs, ein stolzerfüllendes Highlight seiner langjährigen Vereinsaktivität.)